Basics für Ausbilder: Wie wird ein Betrieb zum Ausbildungsbetrieb?

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Weil es branchenübergreifend immer schwieriger wird geeignete Mitarbeiter zu finden, müssen Unternehmen bereits jetzt vielfach Aufträge ablehnen, länger und aufwendiger nach passenden Mitarbeitern suchen oder Bewerbern bessere Konditionen anbieten um die offenen Stellen überhaupt besetzen zu können. Wenn Sie also die Entscheidung getroffen haben, ihre Fachkräfte künftig selbst großziehen, ist eine wichtige und zukunftsweisende Entscheidung für Ihr Unternehmen.

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Um ausbilden zu dürfen, müssen jedoch einige Voraussetzungen beachtet werden.
Zunächst muss der Betrieb in Art und Einrichtung dafür geeignet sein ausbilden zu können. Zum einen muss er über die entsprechenden Maschinen und Arbeitsmittel verfügen und zum anderen auch die organisatorischen Voraussetzungen für eine Ausbildung erfüllen.
Es muss also jemanden im Ihrem Unternehmen geben, der als Ausbilder geeignet ist und über die notwendigen Qualifikation verfügt. Der Ausbilder muss aber nicht unbedingt auch der Betriebsinhaber sein.

Konkret nehmen Sie als erstes Kontakt mit Ihrer zuständigen IHK auf und geben Ihre Betriebsnummer an. Dort prüft man gemeinsam mit Ihnen welche Ausbildungsberufe für Ihr Unternehmen in Frage kommen und wer die Funktion als Ausbilder übernehmen kann. Gerade wenn Sie das erste Mal ausbilden, ist es in vielen Kammern üblich, dass sich der/die zuständige Mitarbeiter/in einen Termin bei Ihnen im Unternehmen geben lässt, um vor Ort alles zu besprechen, sich die Gegebenheiten anzuschauen und um Ihnen Tipps für den Einstieg zu geben.

Als Ausbildungsbetrieb sollten Sie alle Teile der Ausbildung selbst vermitteln können. Ist das nicht möglich, heißt das nicht, dass Ihr Unternehmen als Ausbildungsbetrieb ausscheidet. In diesem Fall kann eine überbetriebliche Ausbildung oder eine Ausbildung im Verbund vereinbart werden. Es werden dann die relevanten Bestandteile der Ausbildung in einem anderen Unternehmen oder einer Einrichtung vermittelt.

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Natürlich braucht der Auszubildende auch einen Arbeitsplatz. Werkzeuge oder andere Ausbildungsmittel müssen Sie als Ausbildungsbetrieb dem Auszubildenden zur Verfügung stellen. Diese Kosten kommen, neben der monatlichen Ausbildungsvergütung, ebenfalls auf Sie zu und müssen bei der Planung berücksichtigt werden. Allerdings dürfen Sie auch nicht vergessen, dass der Auszubildende mit seiner Arbeitsleistung auch zum Unternehmenserfolg beiträgt.

Was macht einen guten Ausbildungsbetrieb aus?

Vorbei sind Großvaters Zeiten und der bekannte Spruch „ Lehrjahre sind keine Herrenjahre“ hat inzwischen ausgedient. Die Anforderungen an Ausbildungsbetriebe haben sich verändert, vor allem, weil der Wettbewerb und gute Auszubildende hart umkämpft sind.

Sicherlich können Sie sich noch an Ihre eigene Ausbildungszeit erinnern: da gab es einiges, was Ihnen besonders gut gefallen hat und anderes, was Sie überhaupt nicht mochten. Unsere selbst gemachten Erfahrungen sind immer der erste und womöglich auch der wichtigste Anhaltspunkt, um zu entdecken, wie eine gute Ausbildung aussehen kann.

Natürlich müssen dabei die rechtlichen Rahmenbedingungen erfüllt sein und alle Ausbildungsinhalte vermittelt werden.  Allerdings zeichnet sich eine gute Ausbildung durch weitaus mehr als nur durch „Dienst nach Vorschrift“ aus. Eine individuelle Betreuung der Auszubildenden wird immer wichtiger und der Ausbilder entwickelt sich mehr und mehr zum Coach.

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Als Ausbilder sollten Sie die Auszubildenden zum eigenständigen Denken und zum Austausch untereinander anregen. Fordern Sie die Azubis auf, selbst aktiv zu werden, auch mal Neues auszuprobieren und erlauben Sie ihnen, bestehendes kritisch hinterfragen zu dürfen. Das ist meist jedoch nur in einer Arbeitsatmosphäre möglich, die von Offenheit geprägt ist und wenn der Azubi Ihnen als Ausbilder vertraut. Dafür müssen Sie als Ausbilder kritikfähig und bereit sein, die Anregungen von Ihren Azubis anzunehmen und zu überprüfen.

Ihren Auszubildenden sollten Sie Arbeitsaufträge geben, die zwar dem Ausbildungsstand angepasst sind, aber die auch dazu herausfordern, selbst eine Lösung für etwas zu finden. Ein abwechslungsreiches Verhältnis zwischen der Vermittlung von Theorie und interessanten Praxiseinheiten sorgt dafür, dass Ihr Azubi interessiert bei der Sache bleibt.

Mit einer guten Vorbereitung ist es gar nicht so schwer Ausbildungsbetrieb zu werden, oder? Und es lohnt sich allemal: Sie sichern Ihre Fachkräfte von morgen und bieten jungen Menschen eine Perspektive für’s Leben.

Bilden Sie in Ihrem Unternehmen bereits aus und haben Tipps für angehende Ausbildungsbetriebe? Teilen Sie Ihre Erfahrungen gerne in den Kommentaren mit uns.

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