Basics für Ausbilder: Wie werde ich Ausbilder?

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Sicherlich können Sie sich noch an Ihre eigene Ausbildung erinnern. Da gab es Menschen die Sie gefördert und inspiriert haben und dann gab es da noch andere. Sie haben es selbst in der Hand zu welcher Kategorie sie gehören möchten. Als Ausbilder begleiten Sie junge Menschen beim Einstieg in’s Berufsleben und es begegnet Ihnen meist jeden Tag eine neue Herausforderung.

Ausbilder können in den verschiedensten Branchen tätig werden. Die Anzahl der anerkannten Ausbildungsberufe nach BBiG und HwO liegt konstant um die 350 Berufe.

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Jedoch darf nicht einfach jeder ausbilden. Die Rahmenbedingungen für die betriebliche Ausbildung regelt das Berufsbildungsgesetz. Demnach muss ein Ausbilder fachlich und persönlich geeignet sein um ausbilden zu dürfen. Während der Ausbildung der Ausbilder sammeln Sie das nötige Wissen, das Sie für das Bestehen der Ausbildereignungsprüfung vorbereitet und natürlich auch die pädagogischen Fähigkeiten, die im späteren, tagtäglichen Umgang mit den Auszubildenden hilfreich sind. Mit dem Bestehen der AEVO-Prüfung erwerben Sie Ihre bundesweite Ausbildungsbefähigung.

Was bedeutet nun, ein Ausbilder muss persönlich geeignet sein?

Nach § 29 des Berufsbildungsgesetzes (BBiG) ist nicht dazu geeignet auszubilden, wer:

  1. Kinder und Jugendliche nicht beschäftigen darf oder
  2. wiederholt oder schwer gegen dieses Gesetz oder die auf Grund dieses Gesetz‘ erlassenen Vorschriften und Bestimmungen verstoßen hat.

Allerdings dürfen Sie auch nicht automatisch nach Ihrer bestandenen AEVO Prüfung ausbilden. Wer ausbilden möchte, muss sowohl über das nötige Fachwissen verfügen, als auch auf organisatorische, pädagogische, psychologische und rechtliche Kenntnisse zurückgreifen können. Der Ausbildungsbetrieb muss ebenfalls zur Ausbildung geeignet sein.

Die bestandene AEVO-Prüfung kann auf andere Weiterbildungsprüfungen angerechnet werden, wie zum Beispiel auf Meisterprüfungen, Prüfungen zum Fachwirt oder auch die Prüfung zum Personalkaufmann.

Welche Aufgaben hat ein Ausbilder?

Wissen Sie warum die meisten Ausbilder sich dazu entscheiden diese Tätigkeit zu übernehmen? Es sind die eigenen Erfahrungen die Sie als Azubi gemacht haben – Sie kamen sich als „günstige“ Arbeitskraft und nicht als vollwertiger Teil des Unternehmens vor und es fehlte ein Ausbilder, der sich wirklich um Sie gekümmert hat.

Als Ausbilder verantworten Sie die Vermittlung der Lerninhalte entsprechend des Ausbildungsrahmenplans im Ausbildungsbetrieb und sind im dualen Ausbildungssystem das Gegenstück zu Berufsschullehren in den Berufsschulen. Eine wichtige Rolle also.

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Als Ausbilder haben Sie fachliche, organisatorische und erzieherische Aufgaben.
Zu den fachlichen Aufgaben gehören in erster Linie die Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten des Ausbildungsberufs und von Schlüsselqualifikationen. Das kann zum Beispiel durch die Durchführung von Unterweisungen und betrieblichem Unterricht geschehen.

Zu den organisatorischen Aufgaben gehören zum Beispiel die Erstellung der verschiedenen Pläne in der Ausbildung oder aber auch das Ausbildungsmarketing und die Auswahl von Auszubildenden sowie die Bewertung der Leistungen und Lernfortschritte.

Hierbei arbeiten sie manchmal auch mit den verschiedenen an der Ausbildung beteiligten Stellen zusammen. Das können die Berufsschule, die zuständige Stelle, die Erziehungsberechtigten oder auch die Agentur für Arbeit sein.

Oft wird übersehen, dass der Ausbilder auch erzieherische Aufgaben hat. Das beinhaltet vor allem die charakterliche Förderung und die Förderung der Sozialkompetenz des Auszubildenden. Ganz oben auf der Liste stehen dabei meist Punkte wie Zuverlässigkeit, eine gewissenhafte Arbeitsweise oder Hilfsbereitschaft.

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Zum Ende der Ausbildung beraten Sie Ihren Auszubildenden zu seinem weiteren beruflichen Weg oder bereiten eine Übernahme im Betrieb vor. Natürlich können Sie als Ausbilder auch im Prüfungsausschuss oder Berufsbildungsausschuss der IHK oder Handwerkskammer mitwirken. Das ist auch eine tolle Gelegenheit mit anderen Ausbildern in Kontakt zu kommen und sich auszutauschen.

Mit qualifizierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern steht und fällt der Unternehmenserfolg. In der Funktion als Ausbilder können Sie deshalb entscheidend dazu beitragen.

Haben Sie noch weitere Fragen zu den Aufgaben eines Ausbilders, die Sie interessieren? Oder vielleicht sind Sie bereits erfahrene Ausbilderin oder routiniert als Ausbilder. Welche Tipps möchten Sie aus Ihrem Wissen geben? Teilen Sie es gerne in den Kommentaren mit uns.

Sie haben jetzt Lust bekommen Ausbilder zu werden? Werfen Sie doch einen Blick auf die Vorbereitungskurse von AEVO Online.

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