Soll ich meinem Azubi während der Arbeitszeit die Nutzung des Smartphones untersagen?

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Das Smartphone ist aus der täglichen Kommunikation nicht mehr wegzudenken. Es werden Nachrichten mit WhatsApp verschickt, Videos auf Youtube oder Snapchat angeschaut und Fotos bei Instagram begutachtet. Im Alltag von Jugendlichen, ist es ein fester Bestandteil. Daher stellt sich für Ausbilder oftmals die Frage: „Soll ich meinen Azubis das Smartphone am Ausbildungsplatz verbieten?“.

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Entsprechend der aktuellen JIM-Studie des Medienpädagogischen Forschungsverbunds Südwest, besitzen 98 Prozent der Zwölf- bis 19-Jährigen ein Mobiltelefon und 92 Prozent ein Smartphone. Für Auszubildende ist der Umgang mit dem Handy also ganz normal. Da wird auch mal das Mittagessen fotografiert und ohne mindestens ein Selfie, vergeht ohnehin kein Tag.

Jugendliche sind in den sozialen Netzwerken oft gut vernetzt. Deshalb können, durch Funktionen wie Kontaktlisten und Gruppen, Bilder schnell und unkompliziert an den gesamten Freundeskreis weitergegeben werden. Hierdurch verbreiten sich Inhalte in kürzester Zeit und erzielen und eine hohe Reichweite. Allerdings kann genau das im betrieblichen Umfeld unerwartet zum Problem werden.

Am Ausbildungsplatz gemachte Bilder, können vertrauliche Informationen enthalten, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind. Passiert ist das ganz schnell: durch ein im Hintergrund geöffnetes Bestellformular am Bildschirm, Versandetiketten in der Produktion oder auch durch Notizen, die auf einem Wandkalender zu sehen sind.

Wichtig ist, dass Sie Ihre Auszubildenden dafür sensibilisieren, welche Auswirkungen ein an sich harmloses Foto haben kann.

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Im Rahmen Ihres Direktionsrechts, können Sie als Arbeitgeber oder Ausbilder Ihren Auszubildenden die Nutzung des Smartphones auch untersagen. Allerdings sollte das wenn möglich, in einer allgemeingültigen Regelung innerhalb des Unternehmens erfolgen und sich nicht ausschließlich auf einzelne Personen beziehen. Sie können diese Entscheidung zum Beispiel auch an die Hierarchiestufe binden.

Überlegen Sie sich jedoch gut, ob es tatsächlich zielführend ist, den Auszubildenden die Handynutzung vollständig zu verbieten oder welche Alternativen es gibt, das Smartphone in den Ausbildungsalltag einzubinden. Für die Jugendlichen hat die permanente Kommunikation einen wichtigen Stellenwert. Jede Nachricht und jedes „gefällt mir“ ist wie eine kleine Belohnung.

Sowohl beim Umgang mit dem Mobiltelefon, als auch im Fall eines Verbots, nehmen Sie als Ausbilder in diesem Zusammenhang eine Vorbildfunktion ein. Wenn während der Arbeitszeit das Smartphone nicht genutzt werden darf, dann dürfen auch Sie sich daran halten.

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